Baggertag für
«chlini und grossi Ching»
2026

Verschüttete und Vermisste mit Hunden aufgespürt

Gunzgen/Boningen Der Baggertag stand im Zeichen des 800 Jahr-Jubiläums der Gemeinden

Normalerweise wird der Baggertag des Baustoffzentrums, das die beiden Kieswerke Boningen und Gunzgen vereint, im Mai durchgeführt. Heuer war dies anders: «Im Rahmen der 800 Jahr-Feier der Gemeinde Gunzgen werden diesen Herbst Tage der offenen Tür des Gewerbes veranstaltet. Da machen wir auch mit. Aus diesem Grund haben wir unseren Traditionsanlass um vier Monate nach hinten geschoben», erklärte Geschäftsführer Jürg Wyss zur Begründung. Auch die Gemeinde Boningen konnte dieses Jahr auf 800 Jahre ihres Bestehens zurückblicken.

Die Gäste liess die Verschiebung aber nicht von einem Besuch im Kieswerk Gunzgen am letzten Samstag abhalten. Über 1000 Personen strömten im Verlaufe des Tages herbei; nicht nur aus der Region und den angrenzenden Kantonen. Den weitesten Anfahrtsweg hatten Interessierte aus den deutschen Landkreisen Konstanz und Heilbronn. Zwei Besucherinnen brachten es auf den Punkt: «Es ist wie ein Dorffest, wenn man hierherkommt. Man trifft andere Leute und hat Gelegenheit, um zu plaudern.» Sie alle – Gross und Klein – durften darüber hinaus vom bewährten Rahmenprogramm profitieren. Dazu gehörten das Bedienen von Grossbaggern, die Schatzsuche mit Kleinbaggern, das Mitfahren auf dem Dumper-Taxi ins Kiesabbaugebiet, das Basteln von Steinfiguren und die Teilnahme an einem Wettbewerb.

Jedes Jahr warten die Organisatorinnen und Organisatoren mit einer besonderen Attraktion auf. Dieses Jahr waren es Vorführungen des Rettungshunde-Teams der REDOG – Schweizerischer Verein für Such- und Rettungshunde –, Sektion Solothurn, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum feiern darf. «Unser Betriebsleiter Martin Jost ist Mitglied bei REDOG. Der Verein wollte sich einem breiteren Publikum präsentieren, und wir bieten die Plattform dazu», erläuterte Wyss. An drei fixen Vorführ-Zeiten präsentierten Herrchen, Frauchen und ihre Schützlinge einem breiten, sehr interessierten Publikum ihr Können.

«Wir üben jeweils an diversen Orten. Dabei sind wir vor allem auf Abbruch-Gebiete, Steinbrüche und Kieswerke angewiesen», erklärte Vereinspräsidentin Sabine Ryser. Dabei handle es sich um ideale Übungsgelände, auf denen die Hunde trainieren können, innert kürzester Zeit in Trümmern und auf Geröllhalden Verschüttete zu orten, die dann geborgen werden können. Zudem lernen sie, im Wald, auf Wiesen und verschmutzten Böden korrekt Witterung aufzunehmen, um Vermisste aufzuspüren. In Gunzgen standen 15 Vereinsmitglieder mit zwölf Hunden der Rassen Labrador, Golden Retriever und Belgischer Schäferhund (Malinois) im Einsatz. Die Aufgabe der Vierbeiner war es, Verschüttete in zwei Trümmerhaufen zu orten und vermisste Kinder – Figuranten aus dem Publikum – zeitnah aufzuspüren, was sie mit Bravour lösten. Ergänzt wurde der beliebte Familien-Anlass mit Wurst, Brot und Getränken, dies zu den Drehorgel-Klängen von Peter Wyss (Boningen). Es war ein Event, der Klein und Gross begeisterte.

Beat Wyttenbach (Text und Fotos)

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